Lerninsel

Mögliche Ursachen einer Rechenschwäche:

(systemische Sichtweise)

Ursachen
Rechenschwierigkeiten können entstehen durch
  • Mangelndes Mengenverständnis im Säuglingsalter (angeborene Komponente)
  • Intelligenzentwicklung, Minderung
  • Rezeptive Sprachstörungen (Bedeutung, Sinn wird nicht verstanden)
  • Ungünstige familiäre Verhältnisse
  • AD(H)S (bei 26 – 42 % der rechenschwachen Kinder)
Neuere Studien der Gehirnforschung (nach v. Aster)
  • Dyskalkuliekinder zeigen schwächere Gehirnaktivitäten in der für Mathematik zuständigen Gehirnregion
  • Bei Mengen-Vergleichsaufgaben werden unterschiedliche Gehirnregionen aktiviert
  • Geringere Volumina vor allem in der rechten Gehirnhälfte
  • Bei räumlichen Arbeitsgedächtnisaufgaben zeigt sich eine geringere Aktivität
  • Mit zunehmendem Training vermehrt sich die Aktivität in anderen Gehirnregionen
Mangel an Vorläuferfähigkeiten
  • Vorläuferfähigkeiten sind
    • Mengenwissen
    • Zahlenwissen
    • kognitive Leistungen und Funktionen

    Vorläuferfähigkeiten entwickeln sich im Kindergarten und sind maßgeblich entscheidend, ob ein Kind gut rechnen lernt.

  • Studie zu den Vorläuferfähigkeiten
    Nach Krajewski (Kindergarten – Ende 2. Klasse)

    Im letzten Kindergartenjahr gibt es einen dramatischen Zuwachs der Jungen gegenüber den Mädchen bei den mathematischen Fähigkeiten.
    Erklärung: Spiele, wer ist besser, schneller, erster oder zweiter werden bevorzugt. Mädchen machen mehr Sprachspiele, Rollenspiele.
    Es ist sehr wichtig, diese Vorläuferfähigkeiten zu trainieren. Mengenwissen und Zahlenwissen – Mensch ärgere dich nicht Mengenwissen – Spiele mit Würfel.

(Quelle: Marion Wenglein, Grundschullehrerin und Legasthenie- und Dyskalkulie- therapeutin, in der Lehrerfortbildung tätig)

Teilleistungsstörungen:

Bei auffällig vielen rechenschwachen Kindern lassen sich Defizite in den sogenannten "basalen Teilleistungen" feststellen. Am häufigsten werden angeführt:

  • Störungen im taktil-knästhetischen Bereich (Wahrnehmungen über den Tastsinn und die Bewegungssteuerung)
  • Störungen bei der Erfassung des Körperschemas (Links-rechts, Oben-unten-Unterscheidung etc. Am eigenen Körper) und in der räumlichen Orientierung
  • Störungen in der Erfassung von Raumlagebeziehungen
  • Störungen in der visuellen Gliederung (Unterscheidung von Figur und Hintergrund dessen, was das Kind sieht; Erkennen auch kleinerer Unterschiede)
  • Störungen der auditiven Wahrnehmung (Informationsaufnahme über das Gehör)
  • Störungen der Serialität (Fähigkeit, Abfolgen verschiedenster Art zu erkennen, zu speichern und wiederzugeben)
  • Störungen der Intermodalität (Verknüpfung verschiedener Sinnesbereiche)

Es gibt allerdings auch unzählige Beispiele von rechenschwachen Kindern, bei denen keine nennenswerte Defizite in diesen und anderen "basalen Teilleistungen" vorliegen.

(Quelle: M. Wenglein, Grundschullehrerin, Legasthenie- und Dyskalkulietherapeutin, in der Lehrerfortbildung tätig)

Susanne Petrick - 64354 Reinheim - Tel.01578 - 54 25 318