Lerninsel

Wie erkenne ich LRS?

Früherkennung – evtl. Hinweise auf die Entwicklung einer LRS:
  • Auffälligkeiten im Bereich der Sprachentwicklung (Sprachentwicklung ist verzögert, das Kind hat lange nicht gesprochen)
  • Auffälligkeiten in der sensomotorischen Entwicklung (Kind fährt nicht oder erst sehr spät Roller oder Fahrrad)
  • Häufige Atemwegs- oder Ohrinfektionen im Kleinkindalter
Sensomotorik:
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Als Sensomotorik (auch Sensumotorik) bezeichnet man das Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Leistungen. Damit ist die unmittelbare Steuerung und Kontrolle der Bewegungen von Lebewesen aufgrund von Sinnesrückmeldungen gemeint.

Wahrnehmung des Reizes durch ein Sinnesorgan und motorisches Verhalten stehen in direktem Zusammenhang, diese Prozesse verlaufen parallel, wie z. B. zwischen Auge, Ohr und der gezielten Steuerung von Arm-, Fußbewegungen beim Autofahren. Sensomotorik ist das Zusammenspiel der Sinnessysteme mit den motorischen Systemen.

Zeichen einer Lesestörung:

Schwer betroffene Kinder zeigen bereits im Anfangsstadium des Lesenlernens die ersten Merkmale einer Lese-Rechtschreibstörung. In den ersten 9 – 12 Wochen werden die ersten 10 Buchstaben und 20 bis 30 Wörter unterrichtet.

Sie beherrschen die gelernten Buchstaben nicht sicher, können sie nicht beim Lernen oder Lesen anderer Wörter nutzen. Das Abschreiben gelingt oft noch fehlerlos. Sie haben auch Schwierigkeiten, das Alphabet aufzusagen, die Buchstaben korrekt zu benennen und Laute akustisch voneinander zu unterscheiden (z.B. "o" von "u"). Besonders schwierig ist es für diese Kinder, zu einem Wort aneinandergereihte Buchstaben zusammen zu ziehen ("a" und "n" als "an" zu lesen). Der einzelne Buchstabe kann benannt (im günstigen Fall auch lautiert) werden, aber das Zusammenschleifen der Laute zu einem Wort gelingt nicht.

Viele dieser Kinder üben dann zu Hause extrem intensiv mit ihren Eltern, können dann im Unterricht "scheinbar" lesen, dabei haben sie die Wörter und sogar ganze Texte auswendig gelernt. Dies gelingt vor allem den überdurchschnittlich oder besser begabten Kindern mit Legasthenie.

(Quelle: ILBA – Institut für Lerntherapie, Beratung und Ausbildung)
  • Symptome der Lesestörung sind:
    • Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Worten oder Wortteilen
    • Verlangsamte Lesegeschwindigkeit
    • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text
    • Stockendes Lesen von Wort zu Wort, aber auch von Buchstabe zu Buchstabe. Dadurch ergibt sich auch ungenaues, nicht sinnhaftes Betonen beim Lesen.
    • Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in den Wörtern
    • Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, aus Gelesenem Schlüsse zu ziehen oder Zusammenhänge zu sehen.
(Quelle: Legasthenie ein Leitfaden für die Praxis von Andreas Warnke, Uwe Hemminger, Ellen Roth, Stefanie Schneck, Hogrefe Verlag)

Hinweise auf eine mögliche LRS in der Schule:
  • Einfache Wortbilder werden nicht wiedererkannt
  • Verlesungen nach Bild-Textassoziationen (z.B. Doktor statt Arzt)
  • Zeileneinhaltung funktioniert nicht
  • Größenverhältnisse der Buchstaben stimmt nicht
  • Fast unleserliche Schrift
  • Leseverweigerung
  • Starke Kompensationstechniken, z.B. Aggresivität, völliger Rückzug, Klassenkasper
  • Konzentrationsstörungen

Solche Fehler machen die meisten Kinder im Laufe des Lernprozesses. Bei Kindern mit LRS sind sie jedoch deutlich häufiger und länger anhaltender trotz noch so intensiven übens.

Sekundärsymptome:
  • Allgemeine Leistungsstörungen
  • Störungen im Wohlbefinden (z. B. Bauchweh, Kopfweh oft vor Schulbeginn)
  • Verhaltensstörungen (z.B. Unruhe, "Klassenkasper", auffällige Zurückgezogenheit)
(Quelle: ILBA – Institut für Lerntherapie, Beratung und Ausbildung)

Susanne Petrick - 64354 Reinheim - Tel.01578 - 54 25 318